Geschichte des Hochdruckreinigers
Wollte man die Geschichte des Hochdruckreinigers ohne den Erfinder Alfred Kärcher erklären, so käme das dem Versuch gleich, die Geschichte des Automobils unter Auslassung der Namen Benz, Diesel und Otto referieren zu wollen. Kärcher reihte sich mit seinen Erfindungen in die Erfolgsgeschichte württembergischer Erfinder ein. Namen wie Robert Bosch und Graf Zeppelin sowie Gottlieb Daimler sind hier zu nennen.
Nicht nur Mitarbeiter beschrieben Kärcher als fleißigen und engagierten Chef, der eine erhebliche Portion Aufregung verbreitete, wenn es mal wieder um die Umsetzung neuer Ideen ging. Schon in den 1930er Jahren hatte man den Kärcher-Salzbadofen entwickelt, der für die Härtung von Leichtmetall konzipiert war, und produzierte bis zum Ende des 2. Weltkrieges weit über tausend Öfen. Dieses Beispiel zeigt bereits die Fortschrittlichkeit von Kärcher. 1950 reichte Kärcher ein Patent für beheizte Hochdruckreiniger ein. Die Ernte seiner Saat konnte er nicht mehr erleben. Er starb 1959, ohne dass ein Nachfolger designiert war. Seine Frau übernahm zuerst die Leitung, stellte dann 1968 einen Geschäftsführer ein, der für die Diversifizierung der Firma sorgte. 1972 übernahm wieder Irene Kärcher die Geschicke und setzte Roland Kamm an die Spitze der Firma. Kamm konzentrierte Entwicklung und Produktion auf ein Gebiet: der beheizte Hochdruckreiniger, auch Dampfstrahler genannt.
Mitte der 1970er Jahre konzentrierte man nicht nur die Kräfte auf das, was der Betrieb seit den Anfangstagen und Alfred Kärcher am besten konnte, man wechselte auch die Farbe. Statt des üblichen Blaus wurden die Kärchermodelle jetzt gelb. Damit war ein neues Markenzeichen geboren. Der Erfolg gibt Kärcher Recht. 2002 wurden pro Jahr über fünf Millionen Geräte verkauft. Dafür waren unter anderem 34 Auslandsgesellschaften zuständig.