Hochdruckreiniger-Technik
Der Hochdruckreiniger erzeugt einen Wasserstrahl mit einem Druck von 15 bis zum Teil weit über 1000 bar und dient der Entfernung von hartnäckigen Verschmutzungen. Ggf. kann die Reinigungswirkung auch durch chemische Zusätze verstärkt werden. Wesentliche Grundmerkmale des Hochdruckreinigers sind Antrieb, Wasserhochdruckpumpe und die so genannte Sprühlanze. Dazu gehören natürlich die Anschlüsse für Wasser und Strom. Der Antriebsmotor für die Hochdruckpumpe wird in der Regel mit normalem Netzstrom (220V) oder Kraftstrom (380V) angetrieben. Bei einigen professionellen Geräten kommen Verbrennungsmotoren zum Einsatz. Dabei kann es sich sowohl um 2-Takt- als auch um 4-Takt-Motoren, sowohl um Benzin- als auch um Dieselaggregate handeln.
Aufbau des Hochdruckreinigers
Das Herzstück eines Hochdruckreinigers ist die Hochdruckpumpe. Da sich Flüssigkeiten nicht wie Gase zusammenpressen lassen, um einen Druck zu erzeugen, arbeiten hier meistens Dreikolben-Axialpumpen. Die Kolben, auch Plunger genannt, erzeugen den nötigen Druck. Das Prinzip der Kolbenpumpe geht auf Otto von Guericke zurück, der damit die Magdeburger Halbkugeln ansaugte. Eine typische Kolbenpumpe ist die Fahrradpumpe. Das Medium – Wasser oder Luft – wird dabei mittels Kolben durch eine Öffnung – das Auslassventil – gepresst. Man bezeichnet diese Pumpen daher auch als Verdrängerpumpen.
Das eigentliche Arbeitsgerät ist die so genannte Lanze, vergleichbar mit dem Staubsaugerrohr. Hier wird das Wasser durchgeführt, um damit den Schmutz zu entfernen. Eine beliebte Spitze dieser Lanze ist die Dreckfräse. Sie zeichnet sich mit einer punktförmigen Reinigungsfläche mit starker Reinigungwirkung aus. Der Trend geht dahin, der Dreckfräse bei gleicher Reinigungsintensität eine größere Reinigungsfläche zu ermöglichen.
Bedienung und Verletzungsgefahren
Die meisten Anwender von Hochdruckreinigern sind sich über die Gefahren beim Betrieb des Gerätes nur wenig im Klaren. Wasser, das mittels hohen Drucks auf einen Gegenstand prallt, kann nicht nur den Dreck entfernen, sondern auch den Gegenstand beschädigen. Dies könnte zum Beispiel beim
Reinigen eines Fahrzeuges zu Beulen oder defekten Gummidichtungen führen. Auch manche Faltverdecke von Cabrios können dem Druck nicht standhalten. Es muss dabei nicht mal unbedingt zu Rissen im Stoffdach kommen. Auch kann ein sehr hoher Druck durch den Stoff das Gestänge verbiegen. Ggf. kann auch Glasbruch die Folge sein, entweder durch direktes Auftreffen des Wassers oder dadurch, dass – etwa bei älteren Fahrzeugen – durch den Druck Scheinwerfer- oder Spiegelglas aus der Halterung gedrückt wird und zu Boden fällt.
Beim Reinigen von Hauswänden kann ein zu hoher Wasserdruck dazu führen, dass der Putz oder die Verfugungen beschädigt werden. Die Mängel treten dann vielleicht erst nach weiterer Belastung auf.
Im Umgang mit Hochdruckreinigern sind einige Verhaltensweisen absolut zu vermeiden. Der Wasserstrahl sollte nicht gegen Personen oder Tiere gerichtet werden. Auch können Pflanzen dadurch massiv beschädigt werden. Dies gilt natürlich insbesondere, wenn es sich um einen Dampfstrahlreiniger handelt. Auch die Verwendung von Heißwasser oder extrem kaltem Wasser (etwa aus einem Brunnen) kann schmerzhafte Verletzungen hervorrufen, vor allem bei Kleinkindern. Die Kraft des Hochdruckstrahls kann ggf. Menschen aus dem Gleichgewicht und zu Fall bringen.
Gefahren lauern auch da, wo das Gerät unsachgemäß gewartet oder trotz Schäden in Betrieb genommen wird. Problematisch ist das Zusammentreffen von Wasser und Strom. Daher gilt eine regelmäßige Sichtkontrolle der Zuleitungen und des Gehäuses als Selbstverständlichkeit. Beschädigungen sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Neben den Gefahren, die sich aus dem Zusammentreffen von Strom und Wasser ergeben, können defekte Gehäuseteile auch zu heftigen Schnittverletzungen führen.
Reicht die Reinigungskraft des Hochdruckreinigers nicht aus und kann kein akzeptables Ergebnis erzielt werden, so ist es nicht immer sinnvoll, den Wasserdruck zu erhöhen oder dichter an das Objekt zu gehen. Hochdruckreiniger zeigen ihre Vorteile vor allem beim Entfernen von grobem Dreck. Lackunreinheiten etwa lassen sich nicht mit einem Hochdruckreiniger beseitigen. Hier sind Lackreiniger und Poliermittel die bessere Wahl. Die besten Qualitäten zeigen Hochdruckreiniger zum Beispiel, wenn landwirtschaftliche Geräte nach dem Feldeinsatz gesäubert werden sollen. Dicke, harte Sandklumpen lassen sich meist gut entfernen.
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